Einsatzhygiene ist ein zentraler Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes bei Feuerwehren. Atemschutzgeräte und persönliche Schutzausrüstung (PSA) kommen regelmäßig mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, Verbrennungsprodukten sowie biologischen Kontaminationen in Kontakt. Unzureichende Hygienemaßnahmen führen nicht nur zu einer Gefährdung der Einsatzkräfte, sondern auch zu einer Kontaminationsverschleppung innerhalb von Feuerwehrhäusern, Werkstätten und Fahrzeugen.
Die Atemschutzwerkstatt nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein: Sie ist Schnittstelle zwischen Einsatzstelle, Aufbereitung, Prüfung und erneuter Einsatzbereitschaft.
Der hygienisch sichere Umgang mit Atemschutz beginnt bereits an der Einsatzstelle. Eine erste Grobdekontamination durch Abspülen der Ausrüstung reduziert die Kontaminationslast deutlich und minimiert Risiken beim Ablegen der PSA .
Kontaminierte Atemschutzgeräte und PSA sind getrennt von Personen zu transportieren und möglichst luftdicht zu verpacken, um eine Verschleppung von Schadstoffen zu vermeiden. Diese Trennung ist ein grundlegendes Element moderner Einsatzstellenhygiene und wird von Geräteherstellern ausdrücklich empfohlen .
Für Atemschutzwerkstätten und angrenzende Räume hat sich das Schwarz-Weiß-Prinzip bewährt:
Diese räumliche Trennung reduziert das Risiko einer Kreuzkontamination erheblich und schützt insbesondere Gerätewarte und weiteres Personal.
Nach jedem Einsatz sind Atemschutzgeräte einschließlich aller Komponenten zu reinigen und hygienisch aufzubereiten. Die klassische Desinfektion erfolgt im Nassverfahren mit geeigneten Desinfektionsmitteln.
Aktuelle Regelwerke ermöglichen jedoch auch alternative Aufbereitungsverfahren, sofern diese vom Hersteller freigegeben sind. Dabei kommen maschinelle Reinigungsverfahren mit hygienisierender Wirkung zum Einsatz, die eine Keimreduktion von mindestens 3 Log-Stufen bei Temperaturen zwischen 50 und 60 °C erreichen .
Geschlossene maschinelle Verfahren sind aus Sicht des Arbeits- und Gesundheitsschutzes grundsätzlich zu bevorzugen.
Nach Reinigung und Desinfektion müssen alle Komponenten vollständig getrocknet werden. Insbesondere Druckminderer sind mit Atemluft geeigneter Qualität zu trocknen, um Vereisung und Korrosion zu vermeiden .
Im Anschluss erfolgen:
Nur vollständig geprüfte Atemschutzgeräte dürfen wieder in den Einsatzkreislauf überführt werden.
Die Lagerung von Atemschutzgeräten ist hygienisch und technisch relevant. Eine stationäre Lagerung liegt nur vor, wenn die Anforderungen der ISO 2230 erfüllt sind. Mobile Lagerung auf Einsatzfahrzeugen setzt die Geräte erhöhten Belastungen wie Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen aus, was sich auf Wartungsintervalle auswirkt .
Hygienisch verpackte Vollmasken können – unter definierten Voraussetzungen – mit verlängerten Prüfintervallen gelagert werden, sofern regelmäßige Sichtprüfungen dokumentiert erfolgen.
Ein oft unterschätzter Aspekt der Einsatzhygiene ist der Schutz des Werkstattpersonals. Je nach Verschmutzungsgrad der PSA sind geeignete Schutzmaßnahmen erforderlich, z. B.:
Bei Unsicherheiten ist stets ein höheres Schutzniveau zu wählen .
Einsatzhygiene in Atemschutzwerkstätten ist kein isolierter Arbeitsschritt, sondern Teil einer durchgängigen Hygienekette – von der Einsatzstelle über Transport, Aufbereitung und Lagerung bis zur erneuten Einsatzbereitschaft. Moderne Raumkonzepte, klar definierte Prozesse, alternative Aufbereitungsverfahren und konsequenter Personenschutz tragen maßgeblich dazu bei, Gesundheitsrisiken zu minimieren und die Einsatzfähigkeit langfristig sicherzustellen.
Eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Abläufe sowie die Anpassung an aktuelle Regelwerke und Herstellerfreigaben sind dabei unerlässlich.
LINK: DRÄGER - Sicher von der Einsatzstelle in die Atemschutzwerkstatt
LINK: MSA - Reinigung und Desinfektion MSA Pressluftatmer